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<title>Langes Messer</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Langes Messer</span></h1>
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<p>Das <b>Lange Messer</b> (auch <i>Langmesser</i> genannt) war eine <a href="Waffe" title="Waffe">Waffe</a> im auslaufenden <a href="Sp%C3%A4tmittelalter" title="Spätmittelalter">Spätmittelalter</a><sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und der beginnenden <a href="Neuzeit" title="Neuzeit">Neuzeit</a> (<a href="Renaissance" title="Renaissance">Renaissance</a>).
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ursprung_des_Messers_als_Waffe">Ursprung des Messers als Waffe</h2></div>
<p>Die Entstehung des Langen Messers ist nicht abschließend geklärt. Der verbreitete Mythos, der besagt, dass Messerschmiede versuchten, eine Gesetzeslücke im Gildenrecht auszunutzen, um in den lukrativen Selbstverteidigungsmarkt einzusteigen, ist unwahrscheinlich, da in den meisten Orten die Schwertfertigung und die Messerfertigung derselben <a href="Gilde" class="mw-disambig" title="Gilde">Gilde</a> zufiel. Wenn überhaupt, so müsste dies eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Das zeigt sich auch in den Prüfungsvorschriften der <a href="Z%C3%BCnfte" class="mw-redirect" title="Zünfte">Zünfte</a>. So musste zum Beispiel in <a href="Rothenburg_ob_der_Tauber" title="Rothenburg ob der Tauber">Rothenburg ob der Tauber</a> ein Schwertfeger bei der Meisterprüfung ein <a href="Richtschwert" title="Richtschwert">Richtschwert</a>, verschiedene <a href="Messer" title="Messer">Messer</a> und einen <a href="Dolch" title="Dolch">Dolch</a> vorlegen.
Wahrscheinlicher ist die Trennung der Bewaffnung von Bauern und Bürgern, die sich auch durch verschiedene Urteile nachweisen lässt. Das Führen und der Besitz bestimmter Waffen in Städten war den Bürgern gerade – bei Strafe – <i>vorgeschrieben</i>, und nur in wenigen Städten war das Führen derselben eingeschränkt. Eine der wenigen Regelungen, die das Führen von Blankwaffen einschränkte, war im Regensburg des 14.&nbsp;Jahrhunderts zu finden. Sie untersagte das Tragen Langer Messer, die über das am Marktturm eingelassene Maß hinausgingen oder verborgen getragen wurden, nicht aber das Tragen von Schwertern. Ein Bürger musste im Zweifel die Stadt/Burg beschützen und hatte ein Schwert zu haben. Dem einfachen Bauern dagegen war das Tragen eines Schwertes bei Strafe verboten. Ihm war hingegen das Führen eines Langen Messers gestattet. Auch bei der Musterung des Landsturmes in Bayern in den Jahren 1486 und 1513 wurde „ein gutes, langes Messer oder ein wohlschneidendes Schwert“ verlangt, da sowohl Bauern als auch Bürger dem Landsturm angehörten.
</p><p>Das heutzutage bekannteste Werk zu dieser Waffe wurde vom <a href="N%C3%BCrnberg" title="Nürnberg">Nürnberger</a> Geistlichen <a href="Johannes_Leck%C3%BCchner" title="Johannes Lecküchner">Johannes Lecküchner</a> verfasst, der dieses am Ende des 15.&nbsp;Jahrhunderts schrieb und dabei die Techniken anderer <a href="Blankwaffe" title="Blankwaffe">Blankwaffen</a> für das Lange Messer nutzbar machte.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Form_und_Konstruktion">Form und Konstruktion</h2></div>
<p>Das Lange Messer ist eine Langversion der mittelalterlichen <a href="Bauernwehr" title="Bauernwehr">Bauernwehr</a> und des böhmischen <a href="Dussack" title="Dussack">Dussacks</a>. Es ist etwa 1 Meter lang, wiegt 1 Kilogramm oder mehr und besitzt am Ende seiner geschwungenen Klinge eine Rückschneide. Im Gegensatz zum <a href="S%C3%A4bel" title="Säbel">säbelartigen</a> <a href="Gro%C3%9Fes_Messer" title="Großes Messer">Großen Messer</a> ist der Verlauf gerade und im Querschnitt gleichmäßig. Trotzdem werden beide Begriffe häufig synonym verwendet. Das lange Messer findet in fast allen historischen Fechtbüchern eine Erwähnung und wird dort als effektive und beliebte Waffe des Nicht-Adels ausgewiesen. Die Formen des Langen Messers sind sehr unterschiedlich, oftmals besitzt es jedoch neben der Parierstange einen „Wehrnagel“ als zusätzliches Parierelement. Mit dem Nagel können allerdings auch bestimmte Fechttechniken ausgeführt werden.<br>
Vom in der Klingenform häufig identischen <a href="Falchion" title="Falchion">Falchion</a> unterscheidet sich das Messer primär durch die Griffkonstruktion.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Falchion hat einen Schwertgriff, bei welchem die Angel am Ende des Griffes mit einem Knauf versehen und vernietet wird. Das Messer hingegen hat einen Messergriff, also zwei direkt auf die Angel genietete Griffschalen.
</p><p>Die Abmessungen einer typischen Waffe sind folgende:<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>Länge: ca. 1100&nbsp;mm</li>
<li>Breite: ca. 40&nbsp;mm</li>
<li>Gewicht: ca. 1220 g</li></ul>
<p>Lange Messer variieren stark in Länge, Gewicht und Klingenbreite. Auch gibt es nicht nur Messer mit Rüstnagel wie hier abgebildet, sondern auch mit einem ringförmigen Anbau, manchmal „Kuhfuß“ genannt.
</p><p>Die meisten Langen Messer waren im Spätmittelalter schmucklos. Sie waren die Waffen der einfachen Bürger und freien Bauern.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Gro%C3%9Fes_Messer" title="Großes Messer">Großes Messer</a></li>
<li><a href="Bauernwehr" title="Bauernwehr">Bauernwehr</a></li>
<li><a href="Falchion" title="Falchion">Falchion</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.pragmatische-schriftlichkeit.de/transkription/trans_cgm582_s_e.pdf">Johannes Lecküchner <i>Das ist herr hannsen Lecküchner von Nurenberg künst vnd zedel ym messer</i></a> (PDF; 797&nbsp;kB)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Bernhard D. Haage, Wolfgang Wegner, Gundolf Keil, Helga Haage-Naber: <i>Deutsche Fachliteratur der Artes in Mittelalter und Früher Neuzeit.</i> Schmidt Erich Verlag, 2007, S. 260. Online unter <a rel="nofollow" class="external autonumber" href="http://books.google.ch/books?id=2cYgAQAAIAAJ&amp;q=%22Langes+Messer%22+Leck%C3%BCchner&amp;dq=%22Langes+Messer%22+Leck%C3%BCchner&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ei=jIKbT72JGtCeOtXfgPwB&amp;ved=0CDcQ6AEwAA">[1]</a></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"> <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20130202073552/http://www.intermundus.de/site2.0/wehrundwaffen/langes%20messer.htm">Das lange Messer, eine fast vergessene Waffe</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 2. Februar 2013 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.pragmatische-schriftlichkeit.de/transkription/trans_cgm582_s_e.pdf">Johannes Lecküchner Transkription</a> (PDF; 797&nbsp;kB)</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Barbara Grotkamp-Schepers, Isabell Immel, Peter Johnsson, Sixt Wetzler: <i>Das Schwert. Gestalt und Gedanke / The Sword. Form and Thought.</i> Deutsches Klingenmuseum, Solingen 2015, ISBN 3930315408.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://historische-waffenkunde.de/Downloads/Beispieldatei-Langes%20Messer-2009-G-3.pdf">Datenblatt <i>Langes Messer</i></a> (PDF; 429&nbsp;kB) Gesellschaft zur Erforschung und Erprobung historischer Waffen e.V.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-02-25" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Langes_Messer&amp;oldid=253681977">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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